Das Phänomen der Zisterziensischen Klosterlandschaften

Veröffentlichungsdatum16.04.2025Lesedauer2 Minuten
Zwei Personen mit einem Buch in der Hand

Theresa Hochhold vom BHW Großgöttfritz und Elisabeth Moll vom Stadtarchiv Zwettl mit einem Faksimile der Bärenhaut (Gründungsbuch des Klosters Zwettl).

Vortrag beim Bildungs- und Heimatwerk (BHW) Großgöttfritz

Sehr kurzfristig ergab sich eine Zusammenarbeit zwischen dem Bildungs- und Heimatwerk Großgöttfritz und dem Stadtarchiv Zwettl. Nachdem eine Vortragende krankheitsbedingt zwei Tage zuvor ausgefallen war, sprang Stadtarchivarin Elisabeth Moll am 14. April 2025 ein und stellte einem kleinen aber äußerst interessierten Kreis die jüngsten Forschungsergebnisse zu Zisterziensischen Klosterlandschaften vor.

Der Reformorden der Zisterzienser breitete sich ab 1100 innerhalb weniger Jahrzehnte über ganz Europa aus. Aufgrund seiner schriftlich fixierten Ordensstatuten, die die Ernährung durch eigener Hände Arbeit einforderten, und seines Filiationsprinzips entstanden sehr einheitlich geprägte, typische Klosterlandschaften. So lässt sich noch heute überall in Europa die zisterziensische Prägung einer Kulturlandschaft ablesen – ebenso im Waldviertel rund um das Stift Zwettl.

Die ZuhörerInnen erfuhren von den teils überraschenden regionalen Ergebnissen der „Landschaftsinventarisierung“, Eine Gruppe von Menschen, die um einen Tisch sitzenIntensiver Austausch bei der offenen Fragerunde nach dem Vortrag.die im Zuge des Projekts „Vielfalt in der Einheit“ 2017/18 durchgeführt wurde, und wie sich dieses Projekt ausweitete. Heute arbeiten 17 Klosterstandorte in fünf europäischen Ländern im Projekt „Cisterscapes connecting Europe“ zusammen, das 2024 mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet wurde. Gemeinsam entwickeln sie Möglichkeiten, die Zisterziensischen Klosterlandschaften an die Öffentlichkeit zu tragen und bekannt zu machen, sei es mit digitalen Vermittlungskonzepten oder mit „traditionellen“ Methoden wie in diesem Fall mit einem Vortrag. Auch innerhalb des Cisterscapes Netzwerkes ergaben sich weitere intensivere Kooperationen wie zwischen Zwettl, Vyšší Brod und Žd´ár nad Sázavou, die in einem Interreg Projekt zusammenarbeiten, um ihre Klosterlandschaften Einheimischen und Besuchern näher zu bringen.

Im Anschluss an den Vortrag gab es eine ausgiebige offene Fragerunden, bei der es zu regem Austausch über historische Daten, Fakten und mündliche Überlieferungen kam. Eines ist fix: Die Kooperation zwischen Stadtarchiv Zwettl und Bildungs- und Heimatwerk Großgöttfritz wird ausgeweitet. Für Herbst ist eine Veranstaltung zu den Teichen und zur Karpfenwirtschaft geplant.