Dr. Paul Buberl schrieb 1911 in Band VIII der Österreichischen Kunsttopographie*, dass der Galgen von Döllersheim, der aus dem 16. oder 17. Jahrhundert stammte und sich auf einem bewaldeten Hügel etwa 1 Kilometer westliche des Ortes befand, kurz zuvor gänzlich zerstört worden sei. Buberl führte weiters aus, dass der Galgen aus drei, im Dreiecke zueinander stehenden, runden, aus Bruchsteinen aufgemauerten Säulen bestanden hätte, jede mit einem würfelförmigen Unterbau und einer Höhe von etwa 5 Metern. Weiters bemerkte der Autor, dass sich im Zwettler Museum eine gute, moderne Zeichnung des noch intakten Galgens befinde.
Tatsächlich verfügte das Zwettler Museumsdepot über ein Bild eines Galgens, das bisher aber nicht identifiziert werden konnte. Erst eine Anfrage des aufmerksamen Heimatforschers Friedrich Weber aus Gföhl gab den Anstoß zur Lösung des Rätsels. Es handelt sich bei dem Bild eindeutig um die Darstellung des Döllersheimer Galgens.
Die großformatige Zeichnung befindet sich in einem Papprahmen (62 x 49 cm) ist unverglast, stark verschmutz und beschädigt. Die Signatur des Zeichners konnte bisher nicht identifiziert werden. Das Bild wurde nun der Bildersammlung des Stadtarchivs einverleibt und unter Inv.Nr. BA 03/Obj. 28 verzeichnet. Mit einer fachmännischen Restaurierung ist, sofern es die finanziellen Mittel erlauben, in absehbarer Zeit zu rechnen.
* Paul BUBERL, Die Denkmale des politischen Bezirkes Zwettl. = Österreichische Kunsttopographie Band VIII (Wien 1911), Teil I, Gerichtsbezirk Allentsteig, S. 28.