Gschwendt an EVN-Leitung angebunden

Veröffentlichungsdatum05.08.2026Lesedauer4 Minuten

Eine Gruppe von Männern, die Gläser Wasser haltenBei der Eröffnung der EVN-Wasserleitung in Gschwendt: Stadtrat Wolfgang Huber, EVN Wasser Mitarbeiter Franz Fiedler, Obmann der Wassergenossenschaft Gschwendt Robert Göls, Bürgermeister LAbg. Franz Mold, EVN Wasser Geschäftsführer Raimund Paschinger, Projektleiter EVN Wasser Markus Eschelmüller, Stadtrat Erich Stern, Markus Prinz (Henninger & Partner GmbH)Die anhaltenden Trockenperioden der vergangenen Jahre zeigen auch im Waldviertel zunehmend Auswirkungen auf lokale Wasservorkommen. Um die Trinkwasserversorgung langfristig abzusichern, setzen Gemeinden verstärkt auf überregionale Lösungen. Ein weiterer wichtiger Schritt erfolgt nun in der Stadtgemeinde Zwettl: Die Katastralgemeinde Gschwendt wird künftig über die neu errichtete Waldviertelleitung von EVN Wasser mit hochwertigem Trinkwasser versorgt.

Die Waldviertelleitung wurde im September 2025 offiziell eröffnet und verbindet das Brunnenfeld Grunddorf/Donaudorf bei Krems mit Zwettl. Mit einer Länge von rund 60 Kilometern und Investitionen von rund 50 Millionen Euro zählt sie zu den größten Infrastrukturprojekten der EVN Wasser. Die Leitung schafft die Grundlage, künftig bis zu 120.000 Menschen in den Bezirken Zwettl, Gmünd und Waidhofen an der Thaya noch sicherer mit Trinkwasser zu versorgen. Bereits heute beziehen erste Gemeinden Wasser über die neue Transportleitung. 

„Die Folgen des Klimawandels machen sich auch bei der Trinkwasserversorgung immer stärker bemerkbar. Mit der Waldviertelleitung schaffen wir langfristige Versorgungssicherheit für die Menschen in der Region und können Gemeinden dort unterstützen, wo lokale Ressourcen an ihre Grenzen stoßen. Wir freuen uns, künftig auch Gschwendt mit unserem Trinkwasser zu versorgen“, erklärt EVN Wasser Geschäftsführer Raimund Paschinger.

Auch Bürgermeister LAbg. Franz Mold sieht in der Anbindung einen bedeutenden Schritt für die Region: „Eine sichere Trinkwasserversorgung ist eine der zentralen Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. Gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit müssen wir rechtzeitig vorsorgen. Mit dem Anschluss von Gschwendt an die Waldviertelleitung stärken wir die Versorgungssicherheit nachhaltig und schaffen gleichzeitig Perspektiven für weitere Ortsteile und Nachbargemeinden.“

Ausbau Richtung Marbach am Walde bereits im Gange

Parallel dazu wird die Transportleitung derzeit von Zwettl aus weiter in Richtung Marbach am Walde ausgebaut. Damit setzt EVN Wasser den schrittweisen Ausbau des überregionalen Versorgungsnetzes konsequent fort. Ziel ist es, weiteren Gemeinden im Waldviertel die Möglichkeit zu bieten, sich an die leistungsfähige Infrastruktur anzuschließen und ihre Wasserversorgung langfristig abzusichern.

„Die Waldviertelleitung wurde bewusst so konzipiert, dass sie mit den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte mitwachsen kann. Jede neu angeschlossene Gemeinde erhöht die Versorgungssicherheit für die gesamte Region und stärkt die Widerstandsfähigkeit gegenüber längeren Trocken- und Hitzeperioden“, so Paschinger.

Groß Gerungs prüft Anschluss

Auch in der Stadtgemeinde Groß Gerungs werden bereits weitere Versorgungsmöglichkeiten über die Infrastruktur von EVN Wasser diskutiert. Hintergrund sind die zunehmenden Herausforderungen durch längere Hitze- und Trockenperioden, die in den vergangenen Jahren bereits vereinzelt zu Versorgungsengpässen bei lokalen Anlagen geführt haben. Derzeit wird geprüft, unter welchen Voraussetzungen eine Verlängerung der Transportleitung in Richtung Groß Gerungs, Arbesbach und Langschlag realisiert werden könnte. Voraussetzung dafür ist unter anderem die Erhebung des künftigen Wasserbedarfs in der Region. 

„Wir sehen, dass immer mehr Gemeinden strategisch denken und rechtzeitig Maßnahmen setzen. Das Interesse bestätigt, dass überregionale Lösungen ein wesentlicher Baustein für die langfristige Versorgungssicherheit sein werden“, betont Paschinger.

Mold begrüßt diese Entwicklung: „Wasser kennt keine Gemeindegrenzen. Die Waldviertelleitung eröffnet neue Möglichkeiten für die regionale Zusammenarbeit. Je früher wir die notwendigen Schritte setzen, desto besser können wir die Versorgung der Bevölkerung auch in Zukunft absichern.“

Mit der Waldviertelleitung wurde die infrastrukturelle Grundlage geschaffen, um den Herausforderungen des Klimawandels aktiv zu begegnen und die Trinkwasserversorgung im Waldviertel nachhaltig zu stärken. Die aktuellen Projekte in Gschwendt und Marbach am Walde sowie die laufenden Gespräche mit Groß Gerungs zeigen, wie aus dieser langfristigen Investition nun konkrete Versorgungslösungen für die Region entstehen.

 


EVN Wasser

Die EVN Wasser, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EVN AG, ist die zweitgrößte Wasserversorgerin Österreichs und spielt eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Wasserversorgung des Landes. Ihr langfristiges Ziel ist es, die sichere und qualitativ hochwertige Versorgung Niederösterreichs mit frischem Trinkwasser zu gewährleisten. Mit einem weitreichenden Leitungsnetz und modernen Naturfilteranlagen sorgt EVN Wasser dafür, dass täglich tausende Haushalte, Betriebe und Gemeinden zuverlässig mit sauberem Wasser versorgt werden. 

Insgesamt betreibt die EVN Wasser 100 Brunnen, welche die Grundlage für eine sichere Wasserversorgung in der Region bilden. Außerdem verfügt das Unternehmen über 112 Hochbehälter mit einem Speichervolumen von insgesamt 217.000 Kubikmeter – das entspricht 217 Millionen Liter. Von diesen Hochbehältern gelangt das Wasser bei Bedarf durch ein 3.340 Kilometer langes Leitungsnetz zu den Haushalten. Jährlich fließen insgesamt rd. 32,0 Millionen Kubikmeter Wasser durch dieses Netz. Niederösterreichweit versorgt die EVN Wasser derzeit 883 Ortschaften und rd. 650.000 Einwohner mit Trinkwasser. Die Trinkwasserqualität aus den EVN Brunnenfeldern wird regelmäßig überprüft. 

 

Die aktuellen Wasserwerte können jederzeit auf der Website www.evnwasser.at nachgelesen werden.