Thema des Monats April 2020

Veröffentlichungsdatum01.04.2020Lesedauer1 Minute

Am 14. April 1570 wird erstmals ein Schulmeister in Friedersbach namentlich genannt. Bisher war man der Meinung, der im Friedersbacher Taufbuch mit Signatur 1,2,3-02, fol. 32, 1674 genannte Mathias Döcker sei der erste namentlich bekannte Lehrer (Schulmeister) in Friedersbach gewesen.[i] Nun fand sich aber in Band 2 der Zwettler Ratsprotokolle (Sign. 02-02, (1563–1576), pag. 239) eine Stelle, in der am 14. April 1570 ein Johannes Hertzog erwähnt wird, der über eigenen Wunsch vom Pfarrer in Friedersbach als Schulmeister aufgenommen werden sollte, und deshalb seine Behausung in Zwettl in der Woche nach dem ersten Fastensonntag aufgeben musste. Johannes (Hans) Hertzog war Zwettler Bürger und hatte mehrere Stadtämter bekleidet, so war er beispielsweise 1564 zum Ungelter (Einnehmer einer Art Getränkesteuer) für Rastenfeld und Kirchbach bestellt worden sowie zu einem der zwei Feuerbeschauer im oberen Stadtviertel. Im selben und im darauffolgenden Jahr durfte er außerdem gemeinsam mit sieben weiteren Bürgern die Wiesen in der Flur Brühl bewirtschaften.

[i] Franz Strohmayr, Die Pfarre Friedersbach. In: Hans Hakala / Walter Pongratz, Zwettl-NÖ I. Die Kuenringerstadt (Zwettl 1980) S 159.

Transkription:

Anheut dato, Ist dem Johannesen Hertzogen auf sein beger ain furschrifften mitgethailt, der maynung, das inen, der pharrer zu Friderspach zum schulmaister aufnemen mag, neben dem vermelden, das er, die anforderung richtig mache, und die behausung, in cattmebersfrist* stifftlich mache.

* Quatember: Vierteilung des Kirchenjahres durch Fasttage (Quatembertage) nach dem Aschermittwoch, nach Pfingsten, nach dem Fest der Kreuzerhöhung (14. September) und nach dem Fest der hl. Luzia (13. Dezember).