Thema des Monats April

Veröffentlichungsdatum01.04.2025Lesedauer2 Minuten
Eine Gruppe von Männern, die in einer Tür stehen

Eröffnung einer Ausstellung im Freimaurermuseum Schloß Rosenau, 1995, v.l.n.r.: Dr. Anton Denk, Mag. Franz Romeder (Präsident des NÖ Landtages), Dr. Alexander Giese

Am 27. November 1970 tagte der der Gemeindeausschuss von Schloss Rosenau. Es nahmen daran Bürgermeister Anton Weißenhofer, Vizebürgermeister Volksschuldirektor Franz Prinz und vier Gemeinderäte teil. Als einziger Punkt stand die geplante Gemeindezusammenlegung mit den Gemeinden Friedersbach, Gradnitz, Großglobnitz, Jagenbach, Jahrings, Marbach am Walde, Oberstrahlbach, Rieggers, Dorf Rosenau, Schloß Rosenau, Stift Zwettl, Unterrabenthan und Zwettl zur Stadtgemeinde Zwettl- auf der Tagesordnung. Der Ausschuss fasste den Beschluss, dem Gemeinderat zu empfehlen, einige Punkte dem Vereinigungsbeschluss anzufügen. Einer dieser „Wünsche“ oder Bedingungen für die Zusammenlegung war die Errichtung eines Museums und eines Fremdenverkehrsbetriebes im Schloss. Dieses war durch die Nachkriegsereignisse schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, der totale Verfall war zu befürchten.

ein Raum mit Tisch und StühlenSchloß Rosenau, Innenraum, ehemalige Freimaurerloge, ca. 1960, Fotograf Josef Frank Es folgten zahlreiche Gespräche zwischen Bürgermeister Anton Denk, dem Museumsverein, dem Land Niederösterreich und der Großloge in Wien, bei denen verschiedene Schwierigkeiten überwunden wurden, sodass im Jahr 1975 das „Österreichische Freimaurermuseum“ seine Pforten öffnete. Schon im ersten Jahr seines Bestehens wurde das neue Museum von mehr als 35.000 Gästen aus dem In- und Ausland besucht und gab damit dem Fremdenverkehr in der Region einen beachtlichen Impuls. Das Schloss Rosenau war mit Museum, Seminarzentrum, Restaurant und Sport eine „runde Sache“, wie man in Presseartikeln festhielt. Im darauffolgenden Jahr wurde die Ausstellung „Österreichische Freimaurerlogen – Humanität und Toleranz im 18. Jahrhundert“ präsentiert. Univ. Prof. Rupert Feuchtmüller hielt bei einer Pressekonferenz am 7. April 1976 kurz vor Saisonstart fest, dass etwa 80 % der bei dieser Ausstellung zu sehenden Exponate neu in Rosenau wären und insgesamt als „ganz hervorragend bezeichnet werden müssten“. Sogar Leihgaben der Großloge von England wurden zur Schau gestellt. Für die Zukunft plante man damals, das Museum unter Mithilfe der niederösterreichischen Landesregierung weiter auszubauen.

Diese Hilfe wurde dem Zwettler Bürgermeister Ewald Biegelbauer auch von Landeshauptmann-Stellvertreter Siegfried Ludwig zugesichert. Gemeinsam wurde ein Sanierungskonzept für Rosenau entwickelt. Letztendlich kaufte das Land Niederösterreich Schloss Rosenau um 100.000 Schilling. Allerdings musste ein Darlehen von 9,3 Millionen Schilling getilgt werden. Der Museumsverein Schloss Rosenau blieb für die Liegenschaft weiterhin zuständig, wodurch der Weiterbestand des Freimaurermuseums gewährleistet war.

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Flurs mit einem BrunnenBlick durch die Toreinfahrt in den Schlosshof von Rosenau, Foto Lina Lux, undatiert