Thema des Monats Februar

Veröffentlichungsdatum03.02.2025Lesedauer1 Minute
eine Zeichnung eines Hauses

Häuser im Villenviertel, ca. 1910

Das Zwettler Villenviertel entsteht

Am 14. Jänner 1906 konstituierte sich über Initiative des Brauereibesitzers und Landtagsabgeordneten Karl Schwarz (1865-1930) im Gasthaus Artner im Oberhof der Bauverein Zwettl. Er hatte das Ziel, außerhalb des mittelalterlichen Stadtbereichs und zwar entlang der 1881 angelegten Gerungser Straße, eine Wohnsiedlung zu errichten. Die Vereinsmitglieder waren aufgefordert, Anteile zu erwerben. Im Zwettler Volks-Boten aus dem Jahr 1910 wird berichtet, dass der Verein bereits 84 Mitglieder mit je 100 Kronen Geschäftsanteilen zählte. 

Schon im ersten Jahr seines Bestehens baute der Verein drei Häuser, die an Interessenten verkauft werden sollten. Wie der Zwettler Volks-Bote 1910 zu berichten wusste, konnten zwei Häuser bis dahin zwar noch nicht verkauft werden, jedoch „gaben sie Anregung zu neuer Bautätigkeit und zur Entstehung des schönen Villenviertels“. Auf der „Schüsterlwiese“, entlang der Gerungser Straße, waren damals zwei weitere Häuser im Entstehen, die versprachen, „recht schmucke, freundliche Heimstätten für ihre Besitzer zu werden“. Eines gehörte dem Kaufmann Rudolf Müllner, das andere dem Lehrer Hermann Vogel. Insgesamt standen bereits acht Villen „am Brühl, wo vor wenigen Jahren noch kein Ziegelstein zu finden war“. 

Vor allem Mitglieder des gehobenen Bürgertums kauften Häuser im Villenviertel oder ließen sich dort neue bauen, wie zum Beispiel der Rechtsanwalt Dr. Roman Reichart, der Komponist Adolf Kirchl, Oberst Edler von Habermann, der Stadtarzt Dr. Franz Weismann und Bezirkshauptmann Dr. Karl Brucker. Die Pläne für die Neubauten stammten vom Wiener Architekten Gustav Knell, der auch schon zuvor mehrmals in Zwettl tätig geworden war, sowie vom hiesigen Baumeister Jaroslav Six.

ein Haus mit einem Zaun drum herumDas Villenviertel um 1920

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Stadt mit Bäumen und GebäudenBlick über die Stadt zur Propstei, rechts das Villenviertel, 1917