Thema des Monats Juli

Veröffentlichungsdatum01.07.2025Lesedauer1 Minute
Text, Brief

Schreiben des Ortsschulrates an die Stadtgemeinde bezüglich Errichtung einer gewerblichen Fortbildungsschule in Zwettl

Vor 130 Jahren: Gründung der Gewerblichen Fortbildungsschule

Die Zwettler Gewerbetreibenden gründeten mit Unterstützung durch die Sparkasse und den hiesigen Ortsschulrat im Jahr 1895 die gewerbliche Fortbildungsschule. Die Anforderungen an die Gewerbsleute waren gestiegen und machten es notwendig, das „Handwerk oder Gewerbe tüchtig zu erlernen und sich darin beständig weiter auszubilden. Wer heute nur mechanisch und nicht auch mit Verstand arbeitet, der wird bald von anderen überholt sein und dessen Geschäft geht rasch zurück.“ 

Initiatoren dieser Fortbildungsschule waren Bürgermeister Franz Forstreiter und der Vorsitzende des Ortsschulrates Josef Köppl. Zum ersten Leiter dieser Schule wurde Bürgerschuldirektor Adalbert Mauritz ernannt, Johann Lunder, Josef Machalik und Benno Mengele unterrichteten an der Fortbildungsschule. Es gab 12 Unterrichtsstunden pro Woche. Die Kurse liefen vom 1. Oktober bis Ende Mai. Die Stadtgemeinde veranschlagte dafür Kosten von 600 f.

Im vierten Jahr ihres Bestehens konnte die Gewerbliche Fortbildungsschule zweiklassig geführt und die wöchentliche Stundenzahl bei einem Schuljahr von acht Monaten auf zwei Mal acht Stunden erhöht werden. Zum Schulschluss erhielten „gesittete und fleißige Schüler“ eine Prämie in Form einer Sparkasse-Einlage“, die während ihrer Lehrzeit gebunden war und von den Genossenschaften und einzelnen Gewerbetreibenden mit etwa 100 Kronen mitfinanziert wurde.