Weitere Opfer des NS-Regimes

Schon am 23. März 1938 wurden einige Zwettler „Zigeunerinnen und Zigeuner“ aufgegriffen, aus dem Bezirk gedrängt und letztendlich in Konzentrationslager deportiert. Karl Weinrich, 58 Jahre, aus St. Martin wurde 1939 nach Buchenwald und 1942 nach Dachau deportiert. Der 17jährige Johann Lursky kam 1939 nach Dachau. Ignaz Frost (28 Jahre), Johann Frost (25 Jahre) und seine Ehefrau Elfriede Frost (geborene Fels) wurden 1942 nach Auschwitz deportiert. Johann Frost überlebte das KZ Auschwitz, verstarb aber nach seiner Überstellung nach Buchenwald 1944. 

Margarethe Frost verblieb in Zwettl, um sich um ihre acht Kinder zu kümmern – das jüngste war drei Monate alt.

Johanna Blach und Ottilie Blach, sowie Anna Peter und die „Zigeuner“ Georg und Anton Schneeberger, Anton und Karl Blach sowie Alois Waitz wurden am 26. Juni 1939 verhaftet und ins Arbeitslager Fischamend bei Wien überstellt. 

Ottilie Blach hatte neun Kinder, die jüngste Tochter, Theresia, war erst am 16. Juni 1939 in Siegmundsherberg zur Welt gekommen. Die Kinder der Ottilie Blach ebenso wie die der Anna Peter übergab der Gendarmerieposten Zwettl an die 57jährige „Zigeunerin“ Elisabeth Frost und wälzte damit die Fürsorgekosten seitens der Gemeinde auf die zurückgebliebenen nicht arbeitsfähigen Familienangehörigen ab. Anton Brand, geboren 1940, wohnhaft bei seiner Mutter Theresia Brand in Rudmanns Nr. 90, verstarb am 1. Februar 1941 im Krankenhaus Zwettl. Als Todesursache wurden „schwere Ernährungsstörungen und Lungenentzündung“ angegeben. Wie Forschungsergebnisse zu ähnlich gelagerten Fällen zeigen, muss auch bei den mehr als 17 „Zigeunerkindern“, die im Juni 1939 in Zwettl geblieben waren, vom Schlimmsten ausgegangen werden; vermutlich überlebte keines von ihnen den Nationalsozialismus.

Cäcilia Rosenbach (geboren am 20.10.1896 in Ludwigshafen, wohnhaft in Döllersheim Nr. 60) wurde als „Zigeunerin“ gemeldet, ebenso wie ihr Sohn und Anton Bernhard (geboren am 24.1.1895 in Tszahentschitz). Die drei lebten zusammen in Döllersheim Nr. 60 (später Nr. 66). Anton und Cäcilia arbeiteten bei der Firma Lautenbach in Döllersheim. Cäcilia Rosenbach wurde verhaftet und am 9. Februar 1944 nach Ravensbrück überstellen. Von dort wurde sie am 13. September 1944 nach Buchenwald und einen Monat später nach Auschwitz deportiert. Über das Schicksal von Anton Bernhard und das des Sohnes von Cäcilia Rosenbach konnten keine Unterlagen gefunden werden.

Maximilian Wilhelm Weinrich (1925 in Zwettl geboren) war nach Dietmanns bei Waidhofen an der Thaya heimatzuständig. Er kam erst nach Graz, später deportierten die Nazis den Jugendlichen in die Konzentrationslager Mauthausen und Dachau. Am 28. November 1942 wurde Maximilian Wilhelm Weinrich im Alter von 17 Jahren in der Tötungsanstalt Hartheim bei Linz ermordet.

Franz Weinrich (geboren am 6. April 1921 in Martinsberg) verschlug es in die Steiermark, wo er am 26. Juni 1939 von der Kriminalpolizeistelle Leoben verhaftet und zwei Tage später nach Mauthausen deportiert wurde. Am 13. Februar 1943 oder am 23. April 1943 kam er nach Dachau. Er überlebte das NS-Regime, denn am 12. September 1945 stellte ihm das Landratsamt Schwabemünchen einen Pass aus.

Diese Liste der Opfer des Nazi-Regimes erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird laufend mit neuen Forschungsergebnissen ergänzt.


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