Zusammenspiel von Musik und Literatur

Veröffentlichungsdatum26.05.2026Lesedauer1 Minute
Mehrere Personen, einige halten Bücher, einige halten Streichinstrumente

Büchereileiter Johann Koller und Gym-Lehrer Friedrich Haslinger bedankten sich bei der Autorin Margit Weiß und bei den Musikerinnen Luisa, Sophie und Marie für ein eindrucksvoll dargebotenes Zusammenspiel von Literatur und Musik.

Eine berührende und zugleich auch informative Lesung erlebten die Besucherinnen und Besucher am 9. Mai in der Stadtbücherei Zwettl. Musikalisch eingestimmt auf die von Friedrich Haslinger in Zusammenarbeit mit Büchereileiter Johann Koller organisierte Lesung wurde das Publikum durch die Geschwister Luisa, Marie und Sophie Pönwalter, die mit Violine, Violoncello  und Klavier für eine virtuos dargebotene, mit viel Applaus bedachte musikalische Begleitung sorgten. 

Auf sehr sympathische Weise brachte die Tiroler Autorin Margit Weiß den Zuhörerinnen und Zuhörern sowohl ihr literarisches Schaffen als auch die Geschichte und Kultur der ladinischen Bevölkerung näher. Im Mittelpunkt der Lesung stand der Roman „Was man nicht weiß, ist doch da“, in dem die Autorin auf einfühlsame Weise das Schicksal eines zehnjährigen Jungen schildert, der im Tirol der 1950er-Jahre in eine Erziehungsanstalt eingewiesen wird. Im Gärtner der Anstalt findet der Junge einen Menschen, der ihn unterstützt und der ihm durch seine menschliche Lebenseinstellung in dieser feindseligen Umgebung Hoffnung und Halt gibt. Der Roman beinhaltet die hoffnungsvoll stimmende Beobachtung, dass es Menschen gelingen kann, auch unter schwierigen Bedingungen Menschlichkeit und Mitgefühl zu bewahren. 

Weiters stellte die Autorin auch ihren Roman „Maddalena geht“ vor, der auf der Lebensgeschichte ihrer Urgroßmutter, der Hebamme Maddalena Decassian, basiert. Maddalena lebte um 1900 in einem abgelegenen ladinischen Bergtal und es ist eine beeindruckende Geschichte, wie sie sich als 19-Jährige auf den Weg nach Innsbruck machte, um an der dortigen Hebammenlehranstalt ihren Berufwunsch zu verwirklichen. 

Im Anschluss an die Lesung nahm sich die Autorin gerne Zeit, um Bücher zu signieren, die am Büchertisch der Buchhandlung „Tintenwald“ erhältlich waren, und um im Rahmen eines geselligen Ausklangs mit den Besucherinnen und Besuchern zu plaudern.