
Zwettl unterstützt aktiv die Initiative „Zeitpolster“, im Bild: Bürgermeister LAbg. ÖkR Franz Mold (l.) und Stadtrat Daniel Ruttinger (r.) mit Margarete Karner, Teamleiterin Elisabeth Wiesmüller und Sylvia Körbler von Zeitpolster Zwettl.
© Stadtgemeinde Zwettl-NÖ
Zeit schenken und Zukunft sichern: Die Stadtgemeinde Zwettl setzt ein starkes Zeichen für freiwilliges Engagement und sozialen Zusammenhalt – sie ist nun offiziell Zeitpolster-Gemeinde. Der Gemeinderat hat diesen Schritt in seiner Sitzung am 4. November beschlossen und damit ein klares Bekenntnis zur bereits bestehenden lokalen Initiative abgegeben. Seit einem Jahr zeigt das Zwettler Zeitpolster-Team rund um Elisabeth Wiesmüller, Margarete Karner und Sylvia Körbler, wie gut nachbarschaftliche Hilfe in der Praxis funktionieren kann. Das Team vermittelt freiwillige Betreuungsleistungen und unterstützt Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen – von älteren Mitbürgern bis zu Familien oder Menschen mit Behinderung.
Was Zeitpolster leistet
Zeitpolster ist ein österreichweites Vorsorge- und Betreuungsmodell, das auf einem einfachen Prinzip basiert: Menschen, die anderen helfen, sammeln Zeitgutschriften, die sie später einlösen können, wenn sie selbst Unterstützung benötigen. Die Leistungen reichen von Begleitungen und kleinen Alltagshilfen bis zu organisatorischer Unterstützung.
Betreute Personen, die noch kein Zeitpolsterguthaben angespart haben, zahlen elf Euro pro Betreuungsstunde. Mit diesem Geld werden einerseits Ausgaben des Vereins wie z.B. Versicherungen der Helfenden und ein sehr kleines Angestelltenteam mitfinanziert, andererseits kommt ein Teil auf ein Notfallkonto, das dann zum Tragen kommt, wenn für jemanden, der bereits Stunden angespart hat, keine Hilfe zur Verfügung steht. Pro gefahrenem Kilometer werden 25 Cent in Rechnung gestellt, um die Treibstoffkosten abzudecken.
Unterstützung durch die Stadtgemeinde Zwettl
Damit die Zwettler Gruppe ihr Angebot weiter ausbauen kann, gewährt die Stadt eine Subvention von 2.700 Euro und begleitet die Initiative organisatorisch, finanziell und kommunikativ. Die Unterstützung fließt unter anderem in die Teamstunden der freiwillig Engagierten sowie in Informations- und Werbematerialien.
Als Zeitpolster-Gemeinde möchte Zwettl die Idee langfristig verankern, Erstkontakte erleichtern, Veranstaltungen unterstützen und Raum für Austausch und Treffen bereitstellen. „Das Engagement der Freiwilligen ist ein bedeutender Beitrag zur Lebensqualität in der Gemeinde und unterstützt ältere Menschen, Menschen mit Behinderung und Familien, selbstbestimmt zu leben“, erklären Bürgermeister LAbg. ÖkR Franz Mold und Stadtrat Daniel Ruttinger.
Erfolg zum Jubiläum: 100er-Marke geknackt
Am 25. September feierte die Zwettler Zeitpolstergruppe ihr einjähriges Bestehen. Bei Geburtstagstorte und Sekt blickte das Team auf ein äußerst erfolgreiches erstes Jahr zurück. Mit der 100. Registrierung im September – darunter sowohl helfende als auch betreute Personen – zählt Zwettl bereits jetzt zu den erfolgreichsten Zeitpolstergruppen österreichweit. Mehr als 50 Menschen, die Unterstützung benötigen, werden derzeit im Bezirk Zwettl sowie in den Bezirken Waidhofen, Gmünd und im Gföhler Raum von freiwilligen Helferinnen und Helfern betreut.
„Dass sich in so kurzer Zeit bereits so viele Menschen unserer Idee angeschlossen haben, ist ein riesiger Erfolg für die gesamte Region. Es zeigt, dass Solidarität und gegenseitige Unterstützung hier großgeschrieben werden“, betont Teamleiterin Elisabeth Wiesmüller.