Objekt des Monats Mai 2018

Veröffentlichungsdatum01.05.2018Lesedauer2 Minuten

Kühbach, kolorierte Lithographie, 1838

Kühbach BA 03-E-012 - ©

 

Zwischen 1819 und 1840 brachten der Geistliche Vincenz Pius Darnaut (1770-1821), der Historiker Aloys Edler von Bergenstamm (eigentlich Alois Groppenberger, 1754-1821) und der Direktor der Stiftsschule Klosterneuburg Aloys Schützenberger (1792-1840) ein umfangreiches Werk zur Geschichte der Pfarren und Kirchen im Erzherzogtum Österreich heraus, die Topographie des Erzherzogthums Oesterreich. Ursprünglich sollten in diesem Werk die Länder Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien behandelt werden. Letztlich erschienen 18 Bände, die Niederösterreich (mit Wien), Teile Salzburgs und Oberösterreichs betreffen. Sie sind vorwiegend nach Dekanaten gegliedert Jedem der Bände wurden ein bis zwei Ortsansichten sowie meist auch eine Dekanatskarte beigebunden. Insgesamt sind 32 Bilder und 15 Karten erhalten, wobei die Bilder von Ausgabe zu Ausgabe unterschiedlich sind. Außerdem erschien zu jedem Band eine größere Anzahl von weiteren Ansichten, die schwarz-weiß oder koloriert beim Verlag bestellt werden konnten. Diese Bilder wurden in zwei unterschiedlichen Qualitäten angeboten, in einer „wohlfeilen“ und einer „Luxusausgabe“. Insgesamt konnten 531 verschiedene Abbildungen nachgewiesen werden.
Der letzte Niederösterreich betreffende Band (Band 13) wurde von dem bedeutenden Historiker und Archivar, dem Stift Zwettler Zisterzienser Johann von Frast (1786-1850) verfasst. Das Buch erschien 1838. Es trägt den Titel: Historisch und topographische Darstellung von Groß-Gerungs und Stift Zwetl und Umgegend; mit besonderer Rücksicht auf Pfarren, Stifte, Klöster, milde Stiftungen und Denkmähler.
Im Jahr 2003 erschien im Wiener Archiv Verlag ein originalgetreuer Nachdruck dieses umfangreichen Werkes, initiiert von der NÖ Landesbibliothek und gefördert von der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich.
Das Dorf Kühbach ist heute eine Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Zwettl-NÖ, es wurde mit 31. Dezember 1939 im Zuge der Anlage des Truppenübungsplatzes (damals Döllersheim, heute Allentsteig) entsiedelt. 1840 zählte Kühbach 64 Häuser und 430 Einwohner. Mit Pfarre und Schule gehörte Kühbach nach Oberndorf, 1903 befand sich allerdings die Volksschule im Ort. Die nächste Poststation war 1903 in Zwettl. 1682 errichtete die Ortsgemeinde auf dem „Lindenberg“ einen kleinen Turm, in dem man eine Glocke unterbrachte, die man zur Abwendung von Unwettern angeschafft hatte. 1682 baute man eine Kapelle. Sie ist auf dem Bild als durchaus stattliches Bauwerk zu sehen. In der Nähe von Kühbach, im Dachsgraben, steht das Thomaskircherl, eine aus dem 15. Jahrhundert stammende Ruine einer dem hl. Thomas von Canterbury geweihten einstigen Wallfartsstätte.

Quellen: Stadtarchiv Zwettl, BA-03-E-012, Kühbach.
Johann Frast, Historische und topographische Darstellung von Groß-Gerungs und Zwettl (1838).
Franz Xaver Schweickhardt, Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Enns, Band 5, Viertel Ober-Manhartsberg (1840).
Verein für Landeskunde von Niederösterreich (Hg.), Topographie von Niederösterreich, Band 5 (1903).