Objekt des Monats November

Veröffentlichungsdatum01.11.2025Lesedauer2 Minuten
ein Gebäude mit Schornstein

Das neue Amtsgebäude an der Landstraße, aufgenommen 1917.

Das neue Amtshaus in Zwettl

1910 öffnete das neue Amtshaus an der Zwettler Landstraße seien Pforten. Dieser Neubau war notwendig geworden, weil die Kanzleiräume der k. k. Bezirkshauptmannschaft Zwettl ausgeweitet und verbessert werden mussten. Außerdem war seitens der k. k. Finanzbehörde an die Stadtgemeinde Zwettl die Aufforderung ergangen, „ehestens für bessere Unterkunft des k. k. Steuer- und gerichtlichen Depositenamtes Sorge zu tragen“.

Zuvor standen an jener Stelle an der Landstraße zwei Kleinhäuser, die den Familien Rohrbeck und Bergl gehörten. Katharina Rohrbeck, die den Gewerbeschein für den Betrieb einer Greißlerei und für den Salzhandel in ihren Haus Landstraße 16 innehatte, verkaufte das Gebäude mit dazugehörigem Garten 1898 an die Gemeinde. 1906 konnte die Gemeinde schließlich auch das Berglhaus erwerben. Kurz darauf ging man daran, die beiden „anstoßenden alten Häuser“ abzureißen und ein „modernes, allen Anforderungen der Neuzeit entsprechendes Amtsgebäude zu errichten“.

Die Pläne für das neue Amtshaus stemmten vom Wiener Architekten Gustav Knell. Den Bau führte Baumeister Josef Schabes aus. Im Oktober 1910 wurde der Bau vollendet, die Gesamtbaukosten beliefen sich auf 90.000 Kronen. Der Zwettler Volksbote aus dem Jahr 1911 lobte das Gebäude, dessen Fassade „dem Baucharakter der historischen Stadt Zwettl“ entspricht. Die drei Gemälde am Giebel führte der Künstler Lahoda in Wien aus. Das Mittelbild zeigte eine Allegorie „Schutz des Handels und Gewerbes“. Das linke Seitenbild stellte die „Gefangennahme Hadmars von Kuenring“ dar, das rechte die „Hussitenschlacht am Weinberg“. 

Ab 1. November 1910 amtierten in diesem neuen Amtshaus im Erdgeschoß die k. k. Gendarmerie, im 1. Stock das k. k. Steuer- und gerichtliche Depositenamt sowie der k. k. Evidenzhaltungsgeometer. Im zweiten Stock war die Steuerabteilung der k. k. Bezirkshauptmannschaft untergebracht.

eine Straße mit Gebäuden an der SeiteBlick von der Unteren Landstraße in Richtung Obere Landstraße. Das zweite Gebäude an der rechten Seite ist das neue Amtsgebäude. Das Postgebäude im Hintergrund ist noch nicht umgebaut, Postkarte gelaufen 1929.